Sonntag, 3. März 2013

Ein Brief

Buchstabenreihen füllen das Papier. 
Bald gehören sie nicht mehr nur mir.
Es sind Zeilen
der Vergangenheit,
der Zukunft,
der Verzweiflung,
der Hoffnung.


Die Bemühung die richtigen Worte zu finden
ist fast so schwer, wie sie richtig aneinander zu binden.
Ich weiß nicht, ob die Worte die wir kennen,
es schaffen können, das zu benennen.
Doch es siegt die Entschlossenheit.
„Es ist was es ist“

 
Es sind gedankliche Einheiten mit Erklärungsversuchen.
Fragen, die immer noch nach Antworten suchen,
die keiner geben kann. Auch nicht irgendwann.
Es sind Wortverbindungen, die die Persönlichkeit entfalten,
die so viel Herz und Angst enthalten.
Aber auch Wünsche.

 
Es sind Benennungen für Dinge,
die vielleicht nicht jeder versteht.
Aber jeder Mensch geht einen eigenen Weg.

Mittwoch, 27. Februar 2013

Liebe bekennen

Das Unbekannte
bekannt machen wollen
Das Unbekannte
nicht kennen
Das Unbekannte
nicht bekannt machen können
Das Bekannte
bekannt machen wollen
Das Bekannte
nicht Unbekannten bekannt machen wollen
Das Bekannte
immer wieder erkennen wollen
Das Bekannte
nicht immer bekannt machen wollen
Das Bekannte bekennen
Das Bekannte nur denen
die es kennen
bekannt machen können
Das Bekannte
wieder
unbekannt machen wollen
Das Unbekannte
immer noch
kennen wollen
 
[Erich Fried]

Mittwoch, 20. Februar 2013

Denn ich bin nur in meinen Träumen in einem sicheren Versteck

Ein Gefühl von Sympathie
Du bist Begeisterung
Du bist Zufriedenheit
Du bist Herz


Ich habe viele Seiten. Welche zeige ich dir?
Inhaltslose Sätze mit zittriger Stimme.
Dem Kopf fehlt die Klarheit,
er hat nur unsichere Gedanken.
Unruhige Gestik und Mimik.
Nervöse Augen.
Sie können keinen Punkt fixieren.
Nur flüchtige Blicke,
doch sie nehmen so viel von dir auf.


Ein Gefühl wie gelähmt
Du bist Unerreichbarkeit
Du bist Unmöglichkeit
Du bist Schmerz

Freitag, 15. Februar 2013

Notwendige Fragen

Das Gewicht
der Angst
Die Länge und Breite
der Liebe
Die Farbe
der Sehnsucht
im Schatten
und in der Sonne

 
Wie viel Steine
geschluckt werden müssen
als Strafe
für Glück
und wie tief
man graben muß
bis der Acker
Milch gibt und Honig

[Erich Fried]

Dienstag, 12. Februar 2013

Seelenflügel

Weil stille Gedanken Selbstgespräche führen,
steht das Ich vor geschlossenen Türen.
Die Füße versuchen andere Wege zu gehen,
doch die Augen können keine anderen sehen.
Es gibt nur diesen einen Weg.

Währenddessen wachsen einem Wunsch langsam Flügel.
Er wird fliegen und über die Stille siegen.
In ihm wohnen die bunten Farben der Seele.
Sie werden Bilder malen von offenen Türen.
Seelenfeuerwerk.

Freitag, 18. Januar 2013

Karawane ins Niemandsland.

Dienstag, 18. Dezember 2012

Wie eine Möwe im Regenbogen

Eine Möwe zieht am Himmel ihre Kreise. Große Kreise. Kleine Kreise. Heute sind es Kreise, wie gestern. Tag für Tag. Stunde für Stunde. In jeder Sekunde werden die weißen schmalen Flügel vom Wind getragen. Es scheint, als verschwindet ihr grauweißes Federkleid in einer Decke aus Wolken.

Volle schwere Wolken, die irgendwann beginnen werden sich zu entleeren. Durch die Wolkendecke werden irgendwann die ersten zarten Strahlen brechen. Der gewölbte Bogen, der am Himmel erscheinen wird, ist Neues, ist Lebensfreude, ist Hoffnung, ist Liebe, ist alles. Oder doch  noch viel mehr?

Eine Möwe, die nicht mehr rastlos ihre Kreise am Himmel ziehen wird. Die morgen Kreise ziehen wird, die nicht wie die heutigen sind.

Der Punkt, an dem der Regenbogen die Erde berührt, ist dort, wo das Herz eines Menschen strahlt.“

Mittwoch, 12. Dezember 2012

Nur weil man sich so dran gewöhnt hat

Jeden Tag neue Fragen.
Jeden Tag neue Antworten.

Warum macht man Menschen traurig?
Weil man sie enttäuschen muss.
Aber wenn es einen glücklich macht?

Warum kommt man nicht an?
Weil sie nur akzeptieren, aber nicht verstehen.
Oder denkt man das nur?

Warum ist man still?
Weil viele darüber schweigen.
Und was ist wenn man es versucht?

Warum dieser Mensch?
Weil er alle anderen unwichtig erscheinen lässt.
Wobei kennt man ihn überhaupt?

Doch die eigentliche Frage ist:
Was ist so falsch daran?

Jeden Tag neue Wut.
Jeden Tag neue Angst.
Jeden Tag neue Suche.

Und wie viel ist jeder Tag am Ende wert,
wenn die eigentliche Frage nicht beantwortet werden kann,
wenn die Erkenntnis fehlt?

Sonntag, 2. Dezember 2012

Je öfter du unterwegs fragst, wie weit du noch zu gehen hast, umso länger wird dir der Weg erscheinen.

Die ersten Schritte sind immer die schwersten,
weil sie deinen ganzen Weg bestimmen.
Doch es ist wichtig sie zu machen,
weil auch sie zum Weg gehören.

Deine Füße legen die Richtung fest,
dein Wille kurbelt die Kräfte an,
dein Herz kämpft für dein Lachen,
aber du allein wählst das Tempo.

Der Weg kommt dir ewig vor.
Bald wirst du eingeholt.
Nicht von der Zeit.
Von dem Wunsch.

Schau zurück,
so viel hast du schon geschafft.
Wenn du weitergehst,
dann spürst du die Fesseln.
Stehen bleiben wäre leichter,
aber es ist der Weg in die Freiheit.