Sonntag, 17. März 2013

Das letzte Kapitel

Ein gutes Buch,
mit über 730 Seiten.
Zuerst fremd.
Es schenkt einem so viel.
Von der Geschichte gefesselt
und in Bildern versunken.
Überall und zu jeder Zeit.
Man will sich das Ende noch aufsparen.

 
Genauso ist es mit dir.
Jeder Tag ist eine Seite.
Ich will jede Seite noch 1000-mal lesen,
bevor ich die letzte Seite lesen muss.
Doch bald ist die Geschichte mit dir zuende
und ich muss das Buch zuschlagen.
Wehmütig und nicht weil ich es will,
sondern weil das so für mich vorgesehen ist.

 
Und wenn das Buch dann zuende ist,
vielleicht finde ich ein neues,
das mir gefällt.
Und dann wirst du weniger werden.
Doch ich weiß, dass ich noch oft in meinen Träumen
die Seiten in meiner Erinnerung lesen werde.
 
 
Und vielleicht gerät das Buch in die Hände eines Menschen,
der mit gleicher Leidenschaft und
in ähnlicher Begeisterung in ihm liest. ♥

Mittwoch, 6. März 2013

Es wird immer alles gleich ein wenig anders, wenn man es ausspricht. (Hermann Hesse)


Ich bin so unendlich dankbar, dass es Menschen gibt, die hinter mir stehen.  Manchmal kennen Menschen einen besser als man glaubt. Das ist irgendwie seltsam, aber auch gut. Man glaubt trotzdem oft nicht, dass sie einen verstehen könnten. Da ist die Angst, dass man mit Entscheidungen, die man trifft, Fehler machen könnte.

Deswegen schreibt man, weil das einfacher ist als zu sprechen. Einige Worte bekommt man einfach nicht so gut über die Lippen, wie in Zeilen verpackt aufs Papier:

Es begleitet mich vielleicht schon lange. Seit wann weiß ich nicht so genau. Aber das ist auch gar nicht wichtig, denn wissen kann man viel. Manchmal habe ich Fragen, über die sich andere Menschen keine Gedanken machen würden oder müssen. Es ist so schwierig sich dann mit irgendwas zufrieden zugeben. Man fühlt sich wie ein Quadrat in einer Masse aus Kreisen. Man eckt überall an und passt irgendwie nirgendwo hin. Lange Zeit war es leicht so zu tun, als sei alles gut. Aber das ging dann nur so lang, bis einem bewusst wurde, dass man sich damit nur selbst verletzt. Man versucht sich an Dingen festzuhalten, die das Leben lebenswert machen. Doch irgendwann wird man eingeholt von dem Wunsch lachen zu können. Das ist so, als wenn man absichtlich in den falschen Zug steigt, der in die falsche Richtung fährt. Man weiß das, doch ignoriert es. Irgendwann versucht man im Gang in die entgegengesetzte richtige Richtung zu laufen, weil man merkt, dass es auf nichts hinausläuft. Eigentlich müsste man die Notbremse ziehen, doch das kostet Überwindung. Die hat man nicht.

Man wartet so lange auf den richtigen Zeitpunkt. Doch den gibt es gar nicht.
Vielleicht war das heute einer der wichtigsten Tage in meinen Leben. Vielleicht verändert er jetzt auch viel. Vielleicht hätte ich es auch besser machen können. Es wurden Worte gesprochen, die schon früher hätten gesprochen werden müssen. Unglaublich befreiende Minuten. Es ist jetzt meine Chance glücklich zu werden. Und ich fühl mich so gut, wie lange nicht mehr. Ich glaub das nennt sich Zufriedenheit. Da wird so viel Lachen kommen, so viel Optimismus, so viel Lebensfreude. Vielleicht wird auch Ablehnung kommen. Aber nichts ist schlimmer, als die Tatsache, sich selbst belügen zu müssen.

Dienstag, 5. März 2013

Das ewige Thema

Es ist ein Teil.
Vielleicht schon immer.
Es bleibt ein Teil.
Für immer.

Sonntag, 3. März 2013

Ein Brief

Buchstabenreihen füllen das Papier. 
Bald gehören sie nicht mehr nur mir.
Es sind Zeilen
der Vergangenheit,
der Zukunft,
der Verzweiflung,
der Hoffnung.


Die Bemühung die richtigen Worte zu finden
ist fast so schwer, wie sie richtig aneinander zu binden.
Ich weiß nicht, ob die Worte die wir kennen,
es schaffen können, das zu benennen.
Doch es siegt die Entschlossenheit.
„Es ist was es ist“

 
Es sind gedankliche Einheiten mit Erklärungsversuchen.
Fragen, die immer noch nach Antworten suchen,
die keiner geben kann. Auch nicht irgendwann.
Es sind Wortverbindungen, die die Persönlichkeit entfalten,
die so viel Herz und Angst enthalten.
Aber auch Wünsche.

 
Es sind Benennungen für Dinge,
die vielleicht nicht jeder versteht.
Aber jeder Mensch geht einen eigenen Weg.

Mittwoch, 27. Februar 2013

Liebe bekennen

Das Unbekannte
bekannt machen wollen
Das Unbekannte
nicht kennen
Das Unbekannte
nicht bekannt machen können
Das Bekannte
bekannt machen wollen
Das Bekannte
nicht Unbekannten bekannt machen wollen
Das Bekannte
immer wieder erkennen wollen
Das Bekannte
nicht immer bekannt machen wollen
Das Bekannte bekennen
Das Bekannte nur denen
die es kennen
bekannt machen können
Das Bekannte
wieder
unbekannt machen wollen
Das Unbekannte
immer noch
kennen wollen
 
[Erich Fried]

Mittwoch, 20. Februar 2013

Denn ich bin nur in meinen Träumen in einem sicheren Versteck

Ein Gefühl von Sympathie
Du bist Begeisterung
Du bist Zufriedenheit
Du bist Herz


Ich habe viele Seiten. Welche zeige ich dir?
Inhaltslose Sätze mit zittriger Stimme.
Dem Kopf fehlt die Klarheit,
er hat nur unsichere Gedanken.
Unruhige Gestik und Mimik.
Nervöse Augen.
Sie können keinen Punkt fixieren.
Nur flüchtige Blicke,
doch sie nehmen so viel von dir auf.


Ein Gefühl wie gelähmt
Du bist Unerreichbarkeit
Du bist Unmöglichkeit
Du bist Schmerz

Freitag, 15. Februar 2013

Notwendige Fragen

Das Gewicht
der Angst
Die Länge und Breite
der Liebe
Die Farbe
der Sehnsucht
im Schatten
und in der Sonne

 
Wie viel Steine
geschluckt werden müssen
als Strafe
für Glück
und wie tief
man graben muß
bis der Acker
Milch gibt und Honig

[Erich Fried]

Dienstag, 12. Februar 2013

Seelenflügel

Weil stille Gedanken Selbstgespräche führen,
steht das Ich vor geschlossenen Türen.
Die Füße versuchen andere Wege zu gehen,
doch die Augen können keine anderen sehen.
Es gibt nur diesen einen Weg.

Währenddessen wachsen einem Wunsch langsam Flügel.
Er wird fliegen und über die Stille siegen.
In ihm wohnen die bunten Farben der Seele.
Sie werden Bilder malen von offenen Türen.
Seelenfeuerwerk. ♥

Freitag, 18. Januar 2013

Karawane ins Niemandsland.